Montag, 27. Mai 2013

Prussia vs Russia (Ihr seid Brückenkopf Mai - Mein Beitrag)

Prussia

"Hier Leutnant Heinze vom 122. Aufklärer. Bitte kommen Verband "Herzog von Leuchtenberg." Das Funkgerät an Bord der Fregatte "Emden" knisterte. Fähnrich Hauke Schultze, der gerade Funkwache hatte drückte die Sprechtaste. "Hier Fähnrich Schultze von der "Emden". Was gibt es Leutnant Heinze? "Emden" Ende." Schultze verschränkte die Finger und dehnte sie.
Sein Verband war mittlerweile recht nah an den britischen Inseln und es würde ihn nicht wundern, wenn sie tatsächlich Feindkontakt bekommen würden. Seit gut drei Wochen waren die "Emden" und der von ihr zu beschützende Flugzeugträger "Herzog von Leuchtenberg" auf dem Weg um irgendeine britische Forschungseinrichtung ausfindig zu machen, die sich irgendwo auf irgendeiner gottverlassenen Insel befinden sollte. Das Funkgerät knackte erneut. "...befinde mich einen Kilometer südlich von ihrer Position..." Der Empfang brach kurzzeitig ab. "vermutlich britisches...Ende." Schultze runzelte die Stirn. "Leutnant bitte wiederholen."
Sturgenium hatte zwar viele Maschinen ermöglicht und verbessert, aber für seinen Geschmack brachen gerade die Funkverbindungen immer noch viel zu leicht ab.
"1200 Meter südlich von ihrer Position, vermutlich britisches U-Boot. Ende."
Schultze zögerte nicht, sprang auf und rannte durch das nächste Schott auf die Brücke.
"Kapitän Herrmann, vermutlich feindliches U-Boot 1200 Meter südlich von uns."
Der Kapitän schnippte mit dem Finger und deutete Richtung Süden. Zwei Mann mit Ferngläsern rannten zu den Fenstern. "Sichtung bestätigt. Unbekanntes Schiff mit Abfangkurs zur "Herzog" !", meldete einer der Beiden.
"Funker, Befehl an unseren Verband: Kurs Süden, volle Kraft voraus. Wasserbomben und Geschütze vorbereiten. Kondensatoren für die Teslas laden."
Fähnrich Schultze nickte und machte sich auf den Weg in den Funkraum. "Geben sie der "Herzog" Bescheid... hier schleichen U-Boote herum. Die sollen sich ebenso vorbereiten!", rief der Kapitän hinterher.
Die Fregatte schnitt sich durch die Wellenkämme und die Maschinen, die ein Sturgenium-Diesel-Gemisch schluckten brachten das Boot zum vibrieren.
800 Meter noch bis zum Ziel.
Die beiden begleitenden Fregatten änderten auf den Funkspruch hin ebenfalls den Kurs, während der Flugzeugträger beschleunigte und versuchte größeren Abstand zwischen sich und den möglichen Angreifer zu bringen.
Die Schiffe bereiteten sich auf das Gefecht vor. Schultze nahm Bestätigungen der Befehle der anderen Eskorten entgegen und betrat die Brücke, als die "Emden" noch knappe 600 Meter entfernt war.
Durch die Fenster der Brücke sah er, wie die Mannschaften auf dem Deck herum eilten. Wie Ameisen in einem Nest, dachte er. Soldaten machten sich bereit zum Entern, Offiziere brachten ihre Mannschaften in Stellung und die Schiffsjungen schleppten Munition zu den Maschinengewehren und luden sie durch.
"Richtet die Läufe auf das Ding. Ich will es in die Luft fliegen sehen!", rief Kapitän Herrman. Der erfahrene Seefahrer blickte den Funker an. "Noch etwas wichtiges?"
Schultze verneinte und salutierte.
Der Kapitän wand sich ab. "Feuert auf mein Zeichen. Ich will nur sichere Treffer. Wer weiß, wie viele Schuss wir noch brauchen..."
Ein Geräusch durchbrach das Geschrei und das laute Brummen der Maschinen.
"Kapitän", einer der Späher vom Fenster kam aufgeregt herbei. Es taucht ab mit einer harten Wende nach Osten."
"Gefechtswende. Feuer nach Ermesse! Versenkt das Ding!", schrie Herrmann.
Schultze verließ die hektische Brücke und ging zurück in den Funkraum.
In den Funkkanälen herrschte das reinste Chaos. Es war fast so, als ob irgendetwas die preußische Kommunikation stören würde.
Der Fähnrich drehte an einigen Reglern herum, konnte aber kein Signal empfangen.
Schultze stürmte abermals auf die Brücke.
Kapitän, ich weiß nicht was die Briten mit uns gemacht haben, aber der Funk ist ausgefallen!“
Ich brauche mehr Mann an Deck. Sucht das Wasser nach diesem verdammten Boot ab!“, schrie der Kapitän mit hochrotem Kopf.
Feuer, es brennt!“, Schultze fuhr herum und sah einen aufgeregten Matrosen in der hinteren Tür zur Brücke stehen. Herrmann stürmte nach draußen; Schultze folgte ihm in kurzem Abstand.
Etwa einen Kilometer von ihnen entfernt brannte austretendes Öl auf dem Meer. Trümmerteile und Menschen schwammen auf den Wellen. Der „Herzog“ stand in Flammen und lag im vorderen Teil deutlich tiefer. Der Kapitän stieß einen Fluch aus und gab Befehl zu Wenden.
Dann wurde die „von Leuchtenberg“ von Torpedos getroffen...


Russia

"Die Peilung steht, Kapitän." Gotschow legte das Fernrohr beiseite und richtete den Blick auf den voll bärtigen Mann, der neben ihm auf der Brücke stand. Den Kapitän umgab etwas ehrwürdiges, ein Hauch von Ruhe und Erhabenheit. Kapitän Kolesch nickte einfach.
"Soll ich die Torpedos abschießen lassen?"
Kolesch hob abwehrend die Hand. "Zu früh",entgegnete er knapp.
"Wir sind in einem guten Schusswinkel...", versuchte es der Offizier erneut. "Njet", der Kapitän schlug auf die Holzvertäfelung, die als Ablage für allerhand feine Navigationsinstrumente diente. "Du bist zu ungeduldig auf die Entfernung bewirken wir gar nichts."
Seit etwas mehr als zwei Stunden waren sie mit ihrem "Peset Class Angriffs-U-Boot" auf Abfangkurs zu einem preußischen Verband, der zwischen Großbritannien und Dänemark unterwegs war mit Kurs in nordwestlicher Richtung. Die S-131 "Tigerhai" war vor gut zwei Wochen mit Patroillienbefehlen von Plymouth
aufgebrochen, um dem Königreich von Britannien den guten Willen des Zarenreiches zu beweisen.
Gotschow war erst im letzten Hafen an Bord gekommen und bekleidete seitdem den Posten des 1. Offiziers.
Er war tatsächlich ungeduldig, war dies doch sein erster richtiger Feindkontakt. Er verdankte es nämlich nicht gerade seiner Erfahrung, dass er solche Position bekleiden durfte, sondern eher dem Wohlstand den seine Familie mitbrachte.
"Kapitän", Gotschow hob das Fernrohr erneut und spähte zum feindlichen Verband, was er sah gefiel ihm gar nicht:"Drei Fregatten lösen sich aus der Formation. Sie scheinen uns entdeckt zu haben." Ihm traten Schweißperlen auf die Stirn. Er wusste, dass die Preußen schnell und gnadenlos waren. Den Fregatten würden sie niemals entkommen. Der Kapitän verzog keine Miene. "Gib Befehl für volle Fahrt. Nicht tauchen!" Gotschow zögerte einen Augenblick. Die Fregatten waren nur gute 800 Meter entfernt und kamen rasch näher. Der Kapitän drehte den Kopf leicht zu ihm. "Volle Fahrt voraus, nicht tauchen", rief Gotschow in einen Messingtrichter, der als Sprachrohr zum Maschinenraum diente. Wenige Sekunden später vibrierte der walförmige Rumpf des Bootes stärker als vorher. 700 Meter, wenn überhaupt trennten sie von den Fregatten. Es wurde schnell weniger. Bittend blickte er den Kapitän an, der seine grauen Augen starr nach vorne richtete. "Kapitän, sollen wir die Geschütze bemannen ?", versuchte es der Offizier erneut.
Der Kapitän schüttelte fast unscheinbar den Kopf. "Njet, sorg' dafür, dass die Heizer mehr Sturgenium unter mischen. Wir brauchen mehr Fahrt!" -Der Kerl ist verrückt geworden- Gotschow tastete nach seiner Dienstwaffe und öffnete das Halfter, während er den Befehl weitergab. Er zweifelte, dass er den Kapitän absetzen könnte, aber ...
500 Meter. Im Fernrohr sah er, wie auf den Decks der Fregatten die Geschütztürme in Bewegung kamen. Die Offiziere an den Türmen wiesen auf sie und ebenso die Läufe der Kanonen. Jede Sekunde würde es vorbei sein.
"Jetzt, tauchen!" Der Kapitän schrie den Steuermann im hinteren Teil der Brücke an und stieß Gotschow vom Sprachrohr weg. Der Offizier taumelte und stürzte zu Boden als der Stoß mit der plötzlichen Neigung des "Pesets" zusammen kamen. Die gelöste Waffe fiel und rutschte über den Holzboden der Brücke. "Zündet den Generator", schrie Kapitän Kolesch in den Trichter und ein lautes Surren gefolgt von einem durchdringenden Klirren, als ob jemand edles Kristall zerschmettert hätte, erklangen:"Echo 105° Steuerbord, halbe Fahrt."
Gotschow hielt sich die Ohren, die mit dem aufkommenden Druck und dem Lärm vollkommen überfordert waren.
"Torpedoturm 10° Backbord", rief der Kapitän nach hinten. Bewegung kam in die Brückencrew, Befehle wurden schneller gegeben als Gotschow es für möglich gehalten hatte. "10 Mann an die Buggeschütze. Doppelte Salve. Maximale Ladung. 10° Aufwärts." Gotschow sprang auf, kam aber kaum mit der Weitergabe hinterher. "Alle ohne Posten ins Heck; auf mein Zeichen auftauchen...jetzt"
Das U-Boot schoss förmlich unter den Fregatten hinweg, die anscheinend die Verfolgung des Echos aufgenommen hatten. Das Ziel des "Pesets" lag nur noch geschätzte 200 Meter entfernt. "Ruder 5° Steuerbord, raus aus dem Wasser! Feuer bei 3." Gotschow zitterte vor Aufregung und Anspannung. Er gab die Befehle weiter. Das Boot neigte sich steil nach oben. "1!" Wenige Meter noch zur Oberfläche. "2!" Das U-Boot schoss aus dem Wasser, neigte sich in den Himmel und klatschte daraufhin in die Fluten. "3!" "Feuer!", schrie Gotschow aus Leibeskräften und der Rumpf des Bootes ruckte unter den wuchtigen Salven der Buggeschütze. Torpedos klatschten ins Wasser. "Tauchen, tauchen, tauchen", schrie der Kapitän. "Maschinen stopp. Der nächste der auch nur Hustet wird von mir persönlich erschossen!" Bevor das Boot die Wasseroberfläche erneut durchschnitt sah der erste Offizier noch die Einschläge der Granaten im preußischen Flugzeugträger.
"Was machen wir, wenn sie uns noch entdecken?" Der Kapitän zeigte keine Regung.
Erst als wenig später eine Explosion die Einschläge der Torpedos verkündete, gingen seine Mundwinkel leicht nach oben.

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